
Regionalversammlung am 18. Juli 2018
Dr. rer. nat. Burghard Korneffel
Redebeitrag zu TOP 2
Der Regionalverkehrsplan wurde mit großer Akribie zusammengestellt. Die Themengruppen Straßenverkehr, Schienenverkehr, Luftverkehr und Fahrradverkehr wurden ausführlich untersucht und vorgeschlagene Maßnahmen bis ins Detail diskutiert.
Auch die Binnenschifffahrt stand im Focus. Der kontinuierliche Ausbau der Neckarschleusen wird es gestatten, mehr Massengüter auf dem Schiffsweg zu transportieren.
Was möglich war und sinnvoll erschien, wurde in den Plan aufgenommen. Der Regional- verkehrsplan versucht, das Bestmögliche aus der vorhandenen Topographie herauszuholen.
Öffentlicher und individueller Verkehr müssen aufeinander abgestimmt werden und fließen! Die Ursachen für Staus auf der Straße wie auch die vorhandenen Engstellen im Schienennetz müssen beseitigt werden.
Die Umsetzung dieser Forderung ist alles andere als einfach. Es gelingt nur Schritt für Schritt.
Der Nord-Ost-Ring wird nach heftigen Debatten realisiert. Die Proteste dagegen beeindrucken. Doch wenn man sieht, wie ohne Gewissensbisse große Waldstücke gerodet werden, um Windräder aufzustellen, hält sich das Verständnis für einige „Naturfreunde“ in Grenzen. Die Filderauffahrt wird ebenfalls gebaut. Nord-Ost-Ring und Filderauffahrt werden die Feinstaubbelastung im Stuttgarter Zentrum senken.
Die Luft in Stuttgart wird von Jahr zu Jahr sauberer. Ein Erfolg einer umsichtigen ständigen Verbesserung der „Hardware“, also Ausbau von Schienenstrecken. Aber auch der Bau von Straßen, die den Verkehr flüssiger machen und das Umfahren des Stadtgebietes ermöglichen.
Schaut man auf die Landkarte, dann sieht man, dass viele neue Siedlungen in der Region Stuttgart nicht per Schiene zu erreichen sind. Dort fließt der gesamte Verkehr über die Straßen.
In den mit Schienen erschlossenen Gebieten der Region Stuttgart ist die S-Bahn das Rückgrat des Personenverkehrs. Aber sie nutzt Trassen, die teilweise vor über 100 Jahren entstanden. Und auf einigen Strecken gibt es noch einen Mischverkehr mit DB-Zügen.
Daher muss in der Region Stuttgart als nächster großer Schritt eine moderne S-Bahn mit einem eigenständigen Gleisnetz gebaut werden. Selbstverständlich ohne Mischverkehr mit DB-Zügen. Dieses Gleisnetz muss die vorhandenen Siedlungsgebiete erschließen und Planungen für zukünftige Bebauungen berücksichtigen.
Im Stadtgebiet Stuttgart fehlen die Tangentiallinien. Eine zweite Stammstrecke ist dringend zu realisieren. Auch eine Ringlinie unter Nutzung der S21-Strecken wäre denkbar.
Schienenfahrzeuge fahren schon heute emissionsfrei. Ein Ausbau des Schienennetzes gefällt aber nicht allen.
Elektroautos zur Lösung der Probleme? Stau bleibt Stau, ob mit oder ohne Elektro-Autos.
Der Autobus als Retter? Ein einzelner Bus wirbelt soviel Staub auf wie Zug aus mehreren Waggons. Beide erzeugen in etwa die gleiche Wirbelschleppe.
Eine Frage an alle: Wie viele Busse braucht man, um eine S-Bahn zu ersetzen?
Die letzten Kilometer vom Bahnhof nach Hause, da könnte ein Elektro-Auto gute Dienste verrichten.
Schrittweise lösen wir die mit dem Personen- und Warenverkehr verbundenen Probleme. Die Luft in Stuttgart wird immer sauberer.
Das gefällt den Autohassern überhaupt nicht. Ihre Schreckensszenarien beginnen zu verwelken. Sie trommeln zur Attacke: Die Autos müssen weg!
Als erstes stürzt man sich auf Dieselfahrzeuge. Die Story mit den Stickoxid-Toten hält keiner wissenschaftlichen Überprüfung stand.
Trotzdem schreien sie immer lauter und gieren nach Fahrverboten.
Entweder Baden-Württemberg als Hochtechnologieland oder durchgeknallte Ideologie. Beides zusammen geht nicht!
Regionalversammlung am 25. April 2018
Dr.rer.nat. Burghard Korneffel
Redebeitrag zu TOP 1
Wozu neue Tarifen? Steigerung der Einnahmen? Dazu würde man sanft die Preise erhöhen. Der Kunde flucht und akzeptiert es. Irgendwann vergisst er die älteren Tarife. Dann wird der Preis wieder erhöht. Neues Fluchen, usw.
Mit der jetzigen Tarifzonenreform wollen wir neue Kunden für die öffentlichen Verkehrsmittel gewinnen. Und zwar möglichst viele! Keiner von uns will sein Auto missen, aber für Fahrten innerhalb der Stadt- und Gemeindegrenzen sollte man es nur in besonderen Situationen nutzen.
Um das zu erreichen, bietet sich eine Reduzierung der Tarife an. Aber nicht mit sanften Schrittchen, sondern mit lautem Knallen. Der Bürger muss sich sagen, jetzt wird es richtig günstig, egal, wann ich und wohin ich fahre. Dann besteht die Chance, dass die Zahl der Nutzer in die Höhe schießt und die Mindereinnahmen wieder ausgleicht.
Wir hätten mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Weniger Autos in der Stadt, bessere Luft sowie Reduzierung des Verbrauchs wertvoller Ressourcen wie Erdöl oder seltene Metalle für Batterien.
Unter diesem Aspekt verspricht die Variante 3a wesentlich mehr Erfolg als die Variante 2 plus. Bei der Variante 3a, genannt 3-Zonen-Modell, wird es für jeden Fahrgast billiger, egal von wo und egal wohin er fährt. Und es gibt nur noch drei Tarifzonen! Das ist übersichtlich, im Gegensatz zum heutigen Tarifdschungel. Die Mehrkosten betrügen 58,7 Millionen Euro, wenn man mit dem üblichen geringem Fahrgastzuwachs rechnet, der nach kleineren Maßnahmen entsteht.
Es geht aber auch anders, ein Beispiel ist Wien. Dort hat man 2012 eine Jahreskarte für 365 Euro, also 1 Euro pro Tag, eingeführt. Inzwischen werden doppelt so viele Jahreskarten verkauft und man lag gemäß entsprechender Berichte bereits 2015 wieder bei Gesamteinnahmen wie vor der radikalen Preisreduzierung.
Die Gruppe Innovative Politik spricht sich für die Variante 3a aus (3-Zonen-Modell mit Preisbildung nach den heutigen Stufen 1-2-4). Wir halten diese Variante für unsere Ziele in der Region Stuttgart besser geeignet als die Variante 2 plus.